Nach dem Wassergärten-Debakel: Grüne zeigen Weg zu sanftem Tourismus in Reden und Schiffweiler

Mosesgang Wassergärten Reden

Was wir sehen:

  • Gescheitertes Tourismuskonzept in Reden: Mit dem Abschalten der Pumpen und dem Ende der Wassergärten ist das vermeintliche „Alleinstellungsmerkmal“ der Region weggebrochen. Jahre lang wurde auf die RAG gewartet, während Verantwortliche von Landkreis und IKS mit Floskeln („technische Lösung steht unmittelbar bevor“) Zeit verschwendeten. Jetzt, da die Wassergärten Geschichte sind, soll plötzlich ein „Zukunftskonzept“ geprüft werden – zu spät. Die Kosten: Millionen an Steuermitteln für den Bau der Wassergärten, plus Hunderttausende für den Rückbau. Absurd: Selbst der Fahrstuhl zu den nicht mehr existierenden Wassergärten wird jetzt erneuert – eine teure Baustellenattraktion?
  • Ökologische und finanzielle Fehlentscheidungen auf der Halde Reden: Die geplante Haldenstraße und Parkplätze auf dem Plateau stehen kurz vor einer gerichtlichen Entscheidung. Die Naturschutzverbände werden recht bekommen – zu Recht. Denn: Fördergelder für den Erhalt des einzigartigen Biotops Halde Reden wurden kassiert, doch die vertraglich zugesicherten Pflegemaßnahmen unterblieben. Statt Natur zu schützen, wurden Kapitalinteressen priorisiert. Die überdimensionierte Almhütte findet keine Pächter, und selbst mit einer zusätzlichen Straße werden die Millioneninvestitionen (geschätzt 3 Mio. Euro für Straßenbau, Ampeln, Beleuchtung) nie erwirtschaftet. Die Bevölkerung wünscht sich den Reiz des Almplateaus zu Fuß oder per Rad – doch ihre Stimme wurde ignoriert.
  • Erfolgreiche Alternativen: Gondwana, der Erlebnispark, zeigt, wie es geht: Besucherströme ohne ökologische Zerstörung. Doch statt diese Erfolgsfaktoren zu nutzen, wird weiter an überholten Konzepten festgehalten.

Was wir wollen:

  • Sanften Tourismus fördern: Statt von internationalem Tourismus zu träumen, brauchen wir ein Konzept, das die Menschen in unserer Großregion verbindet und die Natur schützt. Die Wassergärten sind Geschichte – doch Gondwana, das Biodokumentationszentrum und die einzigartige Haldenlandschaft bieten Potenzial für eine nachhaltige Zukunft.
  • Vernetzung statt Zersiedelung: Die bestehenden Erlebnisbereiche (Gondwana, Biodokumentationszentrum, Haldenlandschaft) müssen vernetzt und für die Bevölkerung nutzbar gemacht werden. Reden soll als Bildungs- und Begegnungszentrum gestärkt werden – nicht als Baustelle für unnötige Straßen.
  • Lebensqualität vor Ort: Naherholung, die Alltag und Freizeit verbindet. Sichere Rad- und Fußwege, attraktive Naturerlebnisräume und soziale Treffpunkte wie das geplante Naturfreibad. Die Menschen, die hier leben, müssen im Mittelpunkt stehen – nicht teure Prestigeprojekte.
  • Natur- und Klimaschutz als Leitplanken: Die Haldenlandschaft ist ein ökologischer Hotspot und Kulturdenkmal. Eingriffe wie Straßenbau gefährden Artenvielfalt und Naherholung. Fördergelder müssen zweckgebunden eingesetzt werden – nicht für Projekte, die am Ende niemand braucht.

Wie wir es machen:

  • Vernetzung der bestehenden Angebote: Die Region rund um Schiffweiler ist reich an naturnahen Flächen und industriekulturellem Erbe (Itzenplitz-Weiher, Bergehalde Reden, Strietberg, Finkenrech, Kasbruchtal). Diese müssen besser aufeinander abgestimmt und in ein gemeinsames Konzept eingebunden werden. Am Strietberg gibt es bereits drei hervorragende Projekte (Ewilpa, Evolutionsweg, Naturerlebnisweg) – doch es fehlt an Koordination und Pflege.
  • Nachhaltige Mobilität und regionale Wertschöpfung: Statt Straßen zu bauen, die niemand will, setzen wir auf sichere Rad- und Fußwege. Wir stärken Gastronomie, Hofläden und kleine Beherbergungsbetriebe, um regionale Wertschöpfung zu fördern.
  • Bildung und Begegnung: Reden soll als Bildungs- und Begegnungszentrum ausgebaut werden. Umweltbildungsangebote in Itzenplitz und am Strietberg müssen gestärkt, das Biodokumentationszentrum in die Tourismusstrategie integriert werden.
  • Bürgerbeteiligung und Transparenz: Unser Konzept wurde bereits im September 2025 im Rahmen der Grünen Sommertour in Schiffweiler vorgestellt – mit großer Resonanz. Wir bringen die Ergebnisse in die politische Arbeit ein und setzen uns für einen kontinuierlichen Austausch mit Verbänden und Bürgern ein.